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Mittwoch, 8. Mai 2013

Einzeltherapie...

Weil wir in unserer Paarberatung nicht wirklich weiterkommen, hat der Therapeut nun Einzelgespräche vorgeschlagen. Wohl auch, weil ich beim letzten gemeinsamen Termin sagte, dass dies mein Letzter sein wird. Da Männe ja die Wohnung gekauft hat, in die er ja allein einziehen wird, weil ich dort nicht hin will, sehe ich auch irgendwie keine Basis mehr, auf die man aufbauen könnte.

Mein erstes Einzelgespräch hab ich hinter mir und es verlief im Gegensatz zu den vorigen Terminen sehr entspannt und ich war nicht sofort in einer defensiven Stellung, weil Männe mir ständig alles Mögliche vorhält.
Letztens hat er allen Ernstes gesagt, er macht ja alles komplett alleine - und das ja schon von Anfang an! Nun gut, da er meine Arbeit und alles was ich den ganzen Tag mache, weder sieht, noch anerkennt und mir da dann endgültig die Hutschnur geplatzt ist, hab ich dann mal eine Woche wirklich NICHTS gemacht. Keine Wäsche gewaschen, zusammengelegt und verräumt, nichts saubergemacht, nichts weggeräumt (nach dem Kochen für Knuppi z.B.), einfach alles stehen und liegen gelassen. Um Knuppi hab ich mich natürlich gekümmert. Da gibt es ja doch noch Einiges, was man so den ganzen Tag macht, mit so nem kleinen Mann.
Verständlicherweise hat Männe das dann gar nicht gefallen und sich beschwert. Ich meinte dann nur, dass er ja eh alles alleine macht und das nun auch einfach machen muss... Ich glaub aber, auch dadurch hat er NICHTS gelernt...

Sonntag, 10. März 2013

Enttäuschungen #5

Heute hat mir Männe eröffnet, dass er das Grundstück, das er kaufen wollte, doch nicht genommen hat. Den Notartermin hat er abgesagt.
Ja, was soll ich dazu sagen? Einerseits habe ich ihm von Anfang an gesagt, dass er es eh nicht kauft. Hat sich ja nun bewahrheitet und ist nicht das erste Mal, dass er eigentlich was wollte, sich nach ewigem hin und her entschlossen hat und es in letzter Sekunde dann doch nicht macht.
Für mich war dieses Grundstück eine Art Licht am Horizont. Zuerst wollte ich das Grundstück nicht und war dagegen. Mir ist eine vielbefahrene Straße mit ihrem unausweichlichen Lärm zu nah. Da hätt ich dann auch  kein gutes Gefühl, wenn ich Knuppi alleine draußen spielen lasse, wenn er älter ist. Ist zwar ansonsten super gelegen, der Kindergarten gerade mal 150 Schritte entfernt (ich habs gezählt) und auch sonst eher zentral und eben mitten in einem Neubaugebiet.
Hab mich dann aber, als Männe es unbedingt haben wollte, damit arrangiert und mich sogar angefangen, darauf zu freuen und mich gedanklich schon mit dem Bau beschäftigt. Ich hätt es eben besser wissen müssen... Ist ja wie schon erwähnt nicht das erste Mal, dass er etwas kaufen will (egal, ob Haus, Wohnung, Grundstück) und es dann, wenn ich dann auch meinen Frieden damit geschlossen habe (und dazu braucht es manchmal etwas länger...) wieder abzusagen.
Das Licht am Horizont deshalb, weil ich dachte, solange wir da immerhin noch ne Gemeinsamkeit haben, ein gemeinsames Ziel, dann können wir an uns arbeiten und bald schon aus unserer Wohnung, die von Anfang an nur ein Kompromiss war und eine Übergangslösung sein sollte, ausziehen... Ich hab der Wohnung damals auch nur zugestimmt, weil ich nach ewiger Suche und ständigem hin und her von Männe (ich will ein Haus, nee, ich nehm doch lieber ne Wohnung, die kann man mieten,..... nee, doch eher kaufen.... ah, ne doch lieber das Haus.... aber dann kaufen.... oder doch mieten...?) einfach keine Nerven mehr auf Wohnungssuche mit 8-Monats-Babybauch hatte. Der Umzug musste dann ja auch noch von Statten gehen und mit so ner Riesenkugel ist das ne wahre Freude...
Tja,  nun ist dieses kleine, spärliche Licht erloschen. Ich bin tiefdeprimiert, hab mich den halben Tag im Badezimmer eingeschlossen und frage mich ernsthaft, wie es weitergehen kann. Für mich heißt die Aufgabe des Grundstücks und somit eines gemeinsamen Ziels, dass er uns aufgegeben hat und wir keine gemeinsame Zukunft haben.
Und dabei war ich gestern noch erfreut darüber, dass er nachts die Spülmaschine eingeräumt und die Arbeitsfläche in der Küche sauber gemacht hat. Er hat sich mal freiwillig mit Knuppi beschäftigt und war einkaufen. Lauter Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten und er dann doch mal gemacht hat, so dass ich Hoffnung hatte, dass unsere Paarberatung fruchtet.
Pustekuchen!

Donnerstag, 28. Februar 2013

Therapie, die erste.


Gestern war unser erster gemeinsamer Termin bei der Paarberatung, weil wir ja irgendwie nur noch streiten. Ich kann nicht mehr weiterhin alles alleine machen und Männe meint, dass er arbeiten geht, wäre genug des Guten. Ich war schon mehrmals kurz davor, mit Knuppi auszuziehen. So als letzten Rettungsanker habe ich dann angeregt, uns doch mal mit jemandem zu unterhalten, der sich von Berufs wegen auskennt, mit solchen Problemen.
Männe war ja letzte Woche schonmal alleine dort. Er hatte den Termin ohne mein Wissen vereinbart und natürlich nicht daran gedacht, dass ich da meinen Nähkurs habe, auf den ich so lange gewartet habe. Also war er erstmal alleine dort. Was er dort besprochen hat, hab ich zwar gefragt, aber er sagte nicht wirklich was dazu, außer, dass er schonmal geschildert hat, wie es so läuft, bei uns. Heißt also, er hat dem armen Mann die Ohren vollgejammert, wie schlimm ich doch bin und wie arm er doch dran ist, dass ich aber auch keine Lust habe, mich nachts, wenn er so gegen 22.30 Uhr von der Arbeit heimkommt, in die Küche zu stellen und ihn noch zu bekochen. Also nee, wirklich, was hat der Mann aber auch ein schlechtes Leben mit mir!
Gestern war ich dann also auch dabei. War ja etwas unsicher, was mich da erwarten würde. Ist ja auch ein Mann, ob der wirklich unparteiisch ist? Nachdem wir uns kurz bekannt gemacht haben, ging es dann los mit unseren Wünschen, warum wir da sind und was wir uns erhoffen. Dann wurde ich auch schon positiv überrascht.
Männe hatte sich einen kleinen Zettel geschrieben, was er alles sagen will und fing an, vorzutragen. Er wurde dann aber beim zweiten Punkt schon unterbrochen, weil der Therapeut alles langsam und Stück für Stück angehen und aufdröseln will.
Wir waren dann auch ganz schnell beim Thema, als ich gefragt wurde, warum ich da bin und was ich mir erhoffe. Natürlich, dass ich eben etwas Unterstützung von Männe kriege und wir vielleicht mal irgendwann auch ein Familienleben haben - am Besten natürlich ohne seine Mutter.
Männe fiel dann ein, dass er ja auch schonmal die Spülmaschine eingeräumt hat. Und der Therapeut fragte ihn dann, ob er dafür Standing Ovations erhalten hat. So richtig schön ironisch, so dass ich (ob Männe auch, kann ich nicht sagen) merkte, dass das wohl ne Selbstverständlichkeit ist, die man erwarten kann.
Es ging dann so weiter, dass im Laufe des Gesprächs der Therapeut sagte, dass Männe Zeit mit und/mir verbringen müsse, wenn er seine Familie nicht verlieren will. Ja, sehe ich genauso, schließlich haben wir als Familie noch gar nichts gemeinsam gemacht. Schwimmen, auf den Spielplatz, Tierpark, Zoo usw.. war ich bisher immer allein mit Knuppi...
Alles in allem, fand ich es besser als erwartet und hoffe, dass Männe sich vom Familienbild von vor 200 Jahren, wie der Therapeut es nennt, verabschieden kann und sich dann doch mal an unserem Leben beteiligt und nicht nur  "der Ernährer" ist, den man nur kurz zum Frühstück mal sieht und der noch nicht mal am Wochenende Zeit hat.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und bin doch wieder etwas hoffnungsvoll.